Worum geht’s?

Paul Labonté, Hannes Köhle und Tobias Schrimpf drehten ein Drama, welches die Problematik, die mit der Entstehung der neuen, alternativen und rechtskonservativen Parteien einhergeht, näher in den Blick nimmt. In ihrem Film geht es um einen Studenten, dessen Elternhaus wenig finanzielle Unterstützung bereitstellen kann, was ihn deshalb dazu zwingt, seine Lebenshaltungskosten selbst zu finanzieren. Der junge Mann fühlt sich im Vergleich zu den zahlreichen Flüchtlingen in Deutschland stark im Nachteil. Wofür er hart arbeitet, wird ihnen scheinbar ohne erforderliche Mühen schlichtweg vom Staat gewährt. Den Höhepunkt des Films bildet eine Gesprächsrunde des Studenten mit zwei Kommilitonen, in dem er seinem Ärger freien Lauf lässt und die vermeintlich herrschenden Vorurteile der Anhänger rechtsextremer Parteien – wie der AfD – verbalisiert. Seine Freunde sind entsetzt über seine Haltung und verleihen dieser auch Ausdruck. Der Film endet damit, dass der junge Mann vor einem Häuserblock mit Sozialwohnungen steht und gedankenverloren sein Feuerzeug an und ausmacht…

Wie umgehen mit Radikalisierung im digitalen Zeitalter?

In seinen limitierten, fünf Minuten ist es dem Film gelungen, die diffizielle Problematik des aufkommenden Rechtskonservatismus und dessen Unterstützern eindrücklich, mit einer überzeugenden Botschaft, darzustellen. Zudem fasziniert die Art und Weise, wie subtil die Vorurteile der Bevölkerung gegen die fremden Zuwanderer in die Handlung eingeflochten und gleichzeitig im Dialog der Darsteller entkräftet werden. Durch die raschen Schnittabfolgen und die so eingebrachten Nachrichtenmeldungen und Schlagzeilen des vergangenen Jahres wurde ein hochaktueller Blick auf die gegenwärtigen Vorkommnisse geliefert. Der Film endet dabei mit einem Cliffhanger, welcher nicht nur für die nötige Spannung sorgt sondern auch wortlos, die in der Realität geerdeten Gefahren anzudeuten vermag. Wir finden, dass der Film zurecht auf Platz Zwei des Siegertreppchens steht und gratulieren dem Team auch ein Jahr später noch zu diesem Erfolg.