Worum geht’s?

Der Kurzfilm IDOL von Elena Eble, Laura Flaig und Ha Thanh Trinh, Team Hälla, schaffte es bei der letzten Tübinale auf Platz 3. Thematisiert wird ein junges Mädchen im Jahr 2030, das zunehmend dem Einfluss ihrer Lieblings-Youtuberin zum Opfer fällt. Sie wird so von deren Propaganda infiltriert, dass sie blind alle empfohlenen Produkte nachkauft. Im Laufe des 4,5-minütigen Kurzfilms steigt ihr Idol dem jungen Mädchen schließlich zu Kopfe. Sie schminkt sich am Ende symbolisch die Produkte der Star-Youtuberin ab und wirft sich stattdessen einen Pullover mit der Message „#be your own IDOL“ über. Somit befreit sie sich vom Einfluss ihres Youtube-Idols und beginnt wieder damit, sich eigene Gedanken über ihren Lifestyle zu machen. Die Message des Films ist klar: Das Mädchen hat die um sich greifende Youtube-Propaganda besiegt, wie es auch der Zuschauer tun sollte.

Angst vor den Online-Influencern der Zukunft

Der Film ist nicht nur mit einer deutlichen Message verbunden, sondern zeigt auch ein warnendes Zukunftsszenario. Dahinter steckt die Angst, dass Internet-Stars, sog. Influencer, einen immer größeren Einfluss auf die Gesellschaft haben, bis schließlich niemand mehr selbst denkt. Wir finden diese Message sehr gut und die dahinter stehende Angst durchaus berechtigt. Auch, wenn es schwer vorstellbar ist, dass die sympathische Youtuberin einen solch negativen Einfluss auf das junge Mädchen haben soll, hat Team Hälla geschickt inszeniert, was die Gefahren eines solchen Idols sein können. Unter anderem verbringt die Protagonistin ihre gesamte Zeit nur noch vor Youtube – am Handy, am PC und in verschiedenen Settings. Das verdeutlicht die allgegenwärtige Angst, einen Trend zu verpassen und das damit verbundene zwanghafte Konsumieren vom Youtube-Channel. Die Protagonistin entwickelt eine übermäßig starke Fixierung auf ihr Idol und entfernt sich immer mehr vom realen Leben. Besonders kreativ umgesetzt hat Team Hälla übrigens das SciFi-Online- Bestellsystem: Produkte sind in ihrem Film direkt vom PC-Bildschirm „downloadbar“, genauso lässt sich umgekehrt mit Geldscheinen zahlen, indem sie der Bildschirm „einsaugt“. Coole Idee und Umsetzung von Team Hälla – wir gratulieren zum verdienten dritten Platz!