Worum geht’s?

Ein junger Mann wird durch den Tag begleitet. Der Film beginnt damit, wie er aufsteht und seine Morgentoilette erledigt. Es werden ältere Bilder eingespielt, welche den Protagonisten auf vertraute Art und Weise mit einer jungen Frau zeigen. Als Zuschauer hat man den Eindruck der Protagonist lässt diese Bilder im Kopf Revue passieren. Die kurze Zwischenschau endet damit, dass die Beziehung der beiden scheinbar zerbricht, denn das Mädchen verpasst dem Jungen eine Ohrfeige und beide entfernen sich voneinander. Wieder in der Gegenwart angekommen steigt der junge Mann in den Bus, woraufhin ein blondes Mädchen neben ihm Platz nimmt und ihm einen Kaugummi, eingewickelt in silbernes Papier, anbietet. Sie lächelt ihn freundlich an. Die nächste Szene zeigt den jungen Mann durch Tübingen laufend und schließlich ein Kleidungsgeschäft betretend. An der Kasse erwartet ihn wieder die blonde Frau mit einem Kaugummi. Auf der Innenseite des silbernen Papiers steht diesmal ihre Nummer. Man sieht in der nächsten Sequenz wie beide im Kino sitzen und ihm erneut lächelnd ein Kaugummi gereicht wird. In der folgenden Szene beobachtet man, wie er auf einer Wiese liegt und sich ihm das blonde Mädchen nährt. Wieder gibt sie ihm einen Kaugummi und ein Küsschen, erneut mit einem Lächeln. An dieser Stelle folgt ein abrupter Szenenwechsel und wir sehen den jungen Mann in seinem Zimmer am Laptop sitzen. Auf dem Bildschirm flimmert die giftgrüne Werbung eines Kaugummi-Herstellers mit dem Namen „Bubble Gum“. Das Testimonial ist das blonde Mädchen. Dem aufmerksamen Beobachter dürfte bis zu diesem Punkt schon mehrmals aufgefallen sein, dass jedes Mal, wenn dem jungen Mann ein Kaugummi gereicht wurde, der grüne Werbebanner im Bild auftauchte. Dem Unaufmerksamen wird spätestens jetzt klar, dass das Mädchen eine Projektion, ja eine Wunschvorstellung des Protagonisten ist und sie ihm, außer auf dem Werbebanner, nie wirklich Gesellschaft leistete. Der Film endet damit, dass eine Computer-animierte Stimme „Bubble Gum“ sagt.

Manipulation durch Werbepropaganda

Daniela Rapp, Manuel Kaupp-Merkle und Gerrit Wohnsdorfs Anliegen war es, durch ihren Film, die Problematik der Manipulation durch Werbung aufzuzeigen. Der Film startet mit der Musik eines Aaron Schäfer Remix und der Einblendung der Namen aller Filmschaffenden, was von Beginn an einen sehr professionellen Eindruck erweckt. So hält es sich auch durchgehend. Wir finden in ELLE aufwändige Schnittarbeit, eine gut durchdachte Requisite, viele Drehorte und beeindruckende Perspektiven auf Tübingen. Hier ist es Damage Visuals hervorragend gelungen die anvisierte Thematik der Werbemanipulation umzusetzen. Kurzum: Der Publikumspreis für ELLE hat das Team Dåmage Visuals hoffentlich für den Aufwand des Filmes entschädigt, denn dass die drei sich für das Filmprojekt viel Arbeit machten, ist in jeder Minute des Films spürbar.