„Letztes Jahr war unser Thema Medienkonvergenz und Videospiele. Ich persönlich finde, dass das Thema Partizipation einen größeren Spielraum für kreative Beiträge lässt. Besonders, weil es sich durch die technologischen Entwicklungen über alle Lebensbereiche hinweg erstreckt. Deshalb bin ich auf die diesjährigen Beiträge sehr gespannt“

erzählt Patrick Becker. Mit seinem Film „Spiel mir das Lied vom Leben“ gewann dieser bei der Tübinale im letzten Jahr zusammen mit zwei Mitstudierenden den Zuschauerpreis und landete insgesamt auf dem zweiten Platz.

In der vielfältigen Bandbreite an Möglichkeiten sieht der 31-Jährige allerdings auch mögliche Probleme für die Teilnehmer. „Ein guter Kurzfilm sollte die Message in nur wenigen Minuten klar transportieren, ohne den Zuschauer zu verwirren oder zu langweilen“, sagt Becker. Die vielen verschiedenen Bereiche machen es dann natürlich schwer, einen klaren Fokus zu setzen, durch den sich die Geschichte in kurzer Zeit erzählen lässt und eine eindeutige Botschaft vermittelt wird.

Auch persönlich ist Becker ein großer Filmfan. Zu seinen Favoriten zählen Filme aus unterschiedlichsten Bereichen, wie etwa Inception, Blues Brothers oder Pulp Fiction. Das Genre ist für ihn bei einem guten Film also eher zweitrangig.

Am wichtigsten sind ihm deshalb die Ideen der Filme und deren Einbau in die Handlung: „Eine kreative Darstellung und Erzählweise oder überraschende Wendungen sind spannender als perfekt inszenierte Bilder. Manche Filme wie „Blair Witch Project“ profitieren sogar von ihrer absichtlich schlechten Aufmachung“, unterstreicht er. Dann brauche es allerdings trotzdem auch eine gute Filmqualität, um zu verhindern, dass der Film billig wirke, so Becker weiter.

Dieser wohnt bereits seit zehn Jahren in Tübingen. Nach seiner Ausbildung zum IT-Systemkaufmann arbeitete er einige Jahre im Marketing und studiert momentan Medienwissenschaft und Allgemeine Sprachwissenschaft im sechsten Semester. Vor seiner Teilnahme am Filmfestival hatte er jedoch fast nur im privaten Bereich filmische Erfahrungen gesammelt, die er eher als hobbymäßig beschreibt. Im Rahmen seines Studiums begleitete er aber auch vermehrt im Filmbereich Projekte. „Gerade durch meinen Film für die Tübinale konnte ich einige interessante Erfahrungen sammeln. Ich freue mich deshalb schon darauf, dieses Jahr mal auf der anderen Seite Platz zu nehmen“, sagt Becker.

von Andreas Blumberg