Bereits seit meiner Schulzeit will ich ins Filmgeschäft beziehungsweise zum Fernsehen“, sagt Kurt Schneider. Der Reutlinger ist Medienpraktiker durch und durch und hat deshalb schon eine Menge Erfahrung in diesem Bereich. Bereits während seines Studiums der Geschichte, Slavistik und Politikwissenschaft hier in Tübingen war er sechs Jahre lang als Hilfskraft für das Zentrum für Medienkompetenz tätig, welches er heutzutage leitet. Als „guten Einstieg“ bezeichnet Schneider diese Zeit, in der er schon selbst Filme drehte und für Auftragsarbeiten zuständig war. Anschließend arbeitete er unter anderem in der SWR Kulturredaktion, in welcher er  Filme und Künstlerporträts für ARD, ARTE und 3Sat drehte und begleitete. „Beispielsweise habe ich Filme über Adorno und Arnold Schwarzenegger gemacht“, erzählt er.  Insgesamt dreimal erhielten Filme unter seiner Redaktion den Adolf-Grimme-Preis.

Seit jeher ist Schneider zudem auch in seiner Freizeit ein großer Filmfan, insbesondere von Science-Fiction. Als Kind und Jugendlicher schaute er die Spielfilmreihe „Der phantastische Film“  oder ältere Filme wie „Tarantula“. Zu seinen persönlichen Favoriten zählt er heute demzufolge etwa Blade Runner, Star Wars oder die Alien-Reihe.

Hinsichtlich der Filme der Teilnehmer ist er allerdings vollkommen offen. „Ich finde es wichtig, als Tabula rasa heranzugehen und sich jedes Jahr neu überraschen zu lassen“, betont Schneider. Auch wenn sich beim diesjährigen Thema seiner Meinung nach Aspekte wie Soziale Netzwerke mit dem User als Content-Generator anbieten, findet er es wichtig, dass die Studenten in ihrer Themenwahl möglichst frei sind.

Bei seiner Bewertung achtet er deshalb auf einen guten Mix aus Ideen und ihrer technischen Umsetzung: „Aus dem Fernsehen bin ich natürlich ein gewisses Niveau gewöhnt, welches ich auch an der Universität umsetzen will. Gerade weil sich viele Teams alles selbst beibringen, müssen auch technische „Wow-Effekte“ anerkannt werden. Nichts desto Trotz werden aber gute und innovative Ideen immer ebenfalls prämiert“ sagt Schneider. Um zu gewinnen, braucht es also sowohl eine gute Idee als auch technische Perfektion.

Weiterhin kennt er als Leiter des Zentrums für Medienkompetenz, welches die Teilnehmer hinsichtlich der Technik unterstützt, auch die häufigsten Probleme. Vor allem die Einhaltung des Zeitplans gestalte sich schwierig, weil der Schnitt oft länger dauere als gedacht. Zudem empfiehlt er den zukünftigen Teams, mehr Zeit in das Konzept und die Vorbereitung zu stecken, da diese meist zu wenig beachtet würden.

Für die Zukunft der Tübinale sieht er jedoch auch sonst größeres Potential. „Jetzt wo das Festival endlich im Kino angekommen ist, stellen sich einige Fragen: Wie stark wird die Veranstaltung in Zukunft noch professionalisiert? Werde etwa Personen von außerhalb der Universität zugelassen?“, fragt sich Schneider. Die Entwicklung der Tübinale kann also sicher auch in den nächsten Jahren mit großer Spannung verfolgt werden.

von Andreas Blumberg