Klaus-Sachs Hombach lässt sich wohl ohne Übertreibung als Tübinale-Urgestein beschreiben. Schließlich war er es, der die Filmfestspiele im Jahr 2012 nach Tübingen brachte und inzwischen als jährliches Event etabliert hat. Als Vorbild diente dabei die Videoexpo Magdeburg: Deren Innitiator und Leiter Winfried Marotzki lernte Sachs-Hombach nach seiner Habilitation an der dortigen Universität kennen.

Die Karriere des Tübinger Professors für Medienwissenschaft begann jedoch in Münster, wo er Philosophie, Psychologie und Germanistik studierte. Seine heutigen Forschungsschwerpunkte liegen darauf aufbauend im Bereich der Bildwissenschaft sowie der Theorie der visuellen Kommunikation. Mit der Medienwissenschaft kam er hingegen erst in Tübingen wirklich in Berührung, weshalb er sich selbst eher als „Medienphilosoph und Theoretiker“ sieht.

Kleine eigene filmische Erfahrungen hat er aber dennoch gesammelt: „Während meines Zivildienstes bin ich oft mit der Kamera rumgelaufen und habe auch zwei Hobbyfilme gedreht. Allerdings war das natürlich nicht besonders professionell, es stand vielmehr der Spaß in der Gruppe im Vordergrund“, erzählt Sachs Hombach. Privat schaut er gerne Science-Fiction-Filme wie etwa Tron, Inception, Matrix oder Blade Runner. An diesen gefällt ihm vor allem, dass technische Neuerungen ausprobiert werden und philosophisch Interessante Fragen im Mittelpunkt stehen.

Das diesjährige Thema Medienkonvergenz und Partizipation ist für den Professor sowohl aus wissenschaftlicher Blickrichtung, als auch hinsichtlich aktueller Entwicklungen relevant.

„Zum einen sind die beiden Begriffe zentraler Bestandteil der Theorien Henry Jenkins, nach denen die Nutzer durch die neuen Medien zunehmend aktiver werden. Und zum anderen interessiere ich mich auch persönlich für die politische Partizipation durch visuelle Medien wie Handys, etwa während des arabischen Frühlings“ – Klaus Sachs-Hombach

Die größte Herausforderung für die Teilnehmer sieht er daher darin, neben einem interessanten Film auch ein gesellschaftliches Phänomen zu beschreiben sowie den Bezug zum wissenschaftlichen Hintergrund zu erhalten.

„Mir ist es besonders wichtig, dass das Thema eingehalten wird. Optimalerweise werden die wissenschaftlichen Inhalte in ein audiovisuelles Darstellungsformat übersetzt, wodurch die Zuschauer einen besseren Zugang zu diesen bekommen“

von Andreas Blumberg