Wir alle kennen ihn, die galaktische Welt in Star Wars fürchtet ihn. Doch was hat der „röchelnde Mann in Schwarz“ mit der Tübinale zu tun? 2014 war er gewissermaßen der Star und verhalf dem Team „Digital Natives“ um Mareike Stohp, Nina Linsenmayer und Johanna Dreyer zum wohlverdienten Sieg!

Das damalige Thema lautete „Transmediale Welten“ und wurde in vielerlei Hinsicht interpretiert. Häufig wurden negative Aspekte des Medienkonsums in den Vordergrund gestellt, beispielsweise der Verlust der realen Welt, weil man in den Bann der Medien gezogen wird und sich anders nicht mehr zu beschäftigen weiß. Soziale Kontakte fallen weg oder sind nur noch durch den Gebrauch von Medien aufrechtzuerhalten oder zu knüpfen. „Transmedia Love“, der Siegerfilm, hatte eine leichte kritische Note, schaffte es jedoch durch seine Originalität und Komik jegliche Interpretationen offen zu lassen.

Man begleitet einen Studenten über drei Monate, der durch eine lange Star Wars-Filmnacht ein waschechter Fan wird. Seine Liebe zu Star Wars gipfelt in einer regelrechten Obsession. Es beginnt mit dem Klingelton seines Weckers, der aus der Filmmusik stammt – geht über in die Übernahme von Filmzitaten in den allgemeinen Sprachgebrauch (May the force be with you) und gipfelt schließlich darin, dass der Student selbst zu seinem Vorbild Darth Vader wird. In seiner Phantasiewelt trägt er die ganze Zeit dessen Kostüm. Der ganze Saal verfiel in schallendes Lachen, als Darth Vader alias der Student doch tatsächlich die elektrischen Schiebetüren einer Bank allein mit seiner „Macht“ öffnete. Man könnte meinen der junge Mann vereinsamt mit der Zeit und muss seinen Rückzug aus der realen Welt früher oder später teuer bezahlen, doch auch er findet seine bessere Hälfte: Er trifft auf ein Mädchen, dass Prinzessin Leia aus den Filmen zum Verwechseln ähnlich sieht! Die „Transmedia Love“ ist perfekt!

„Wir haben uns zusammengesetzt und ein ausgiebiges Brainstorming durchgeführt“, antworteten die drei „Digital Natives“ auf die Frage, wie sie denn auf ihr Filmthema gekommen sind. Dabei erkannten sie auch, dass dieses ein großes kreatives Potential bereithält. Star Wars ist transmedial in den verschiedensten Facetten vertreten: Film, Fernsehen, Comic, CD, Merchandise etc. Zum Glück schöpften die Teilnehmer dieses Potenzial voll aus und verfeinerten ihre Ausstattung mit allerlei Star-Wars-Utensilien (R2D2-Schlüsselanhänger, Vesperbox, T-Shirt, bekannte Film- und Musikzitate…). Die Mädels haben es geschafft, einen urkomischen Film zu drehen, der trotzdem einen gewissen thematischen Anspruch bewahrt. Mit dem dazukommenden Auge fürs Detail und der Ausdauer, diverse Fanartikel zu sammeln und zu verwenden, haben sich die „Digital Natives“ den Tübinalepokal redlich verdient.

von Maya Morlock


Weitere Einblicke und eine kleine Bildergalerie der Tübinale 2014 findet ihr auf der Website der Universität Tübingen