Für die Filmteams bin ich beratend tätig, wenn es um technische Fragen und Produktionsabläufe geht“, erzählt Christoph Jäckle. Er arbeitet für das Tübinger Zentrum für Medienkompetenz, welches für die Studierenden gerade hinsichtlich des Schnitts ein wichtiger Ansprechpartner ist. Der Masterstudent der Medienwissenschaft hat daher regelmäßigen Kontakt mit den Teilnehmern und weiß um deren Probleme.

„Da viele Teilnehmer vor ihrem Tübinale-Film noch nie einen Film gedreht haben, gibt es natürlich sehr viele Herausforderungen zu bewältigen. Vor allem zeigt sich jedoch immer wieder, dass das Thema Ton den Filmteams große Schwierigkeiten bereitet. Während die meisten Filmteams die Bildebene recht ordentlich umsetzen, behandeln sie den Ton leider häufig etwas nachlässig. Eine schlechte Tonqualität kann einen ansonsten gut gemachten Film aber bedeutend schwächen“, sagt Jäckle. Er hofft daher, dass die zukünftigen Wettbewerber auf diesen Aspekt besonders achten.

Jäckle selbst kommt aus Augsburg und ist in Mindelheim, einer kleinen Stadt in Bayern, aufgewachsen. Nach seinem Bachelorstudium in Vergleichender Literaturwissenschaft arbeitete er in einer kleinen Medienproduktionsfirma als Fotograf, Kameramann und Cutter. Seit 2013 studiert er hier in Tübingen Medienwissenschaft im Master und dreht aktuell als Masterarbeit zusammen mit zwei Kommilitonen einen Dokumentarfilm zum Thema „Demenz und Musik“.

Als einen seiner Lieblingsfilme bezeichnet er den Episodenfilm „Night on Earth“ von Jim Jarmusch. In letzter Zeit beeindruckte ihn zudem vor allem „Victoria“, welchen er 2015 im Kino sah: „Selten bin ich den Protagonisten in einem Film so nahe gekommen, wie in diesem Spielfilm, der ohne einen einzigen Schnitt auskommt. Die Kameraarbeit von Grøvlen ist dabei absolut grandios“, erzählt Jäckle.

Auch wenn dieser als Fotograf und Kameramann natürlich im Speziellen auf gelungene Bildkompositionen und besondere Kameraeinstellungen achtet, steht für Jäckle auch bei den Filmen der Teilnehmer vor allem der emotionale Aspekt im Vordergrund. „Für einen gelungenen Film sind glaubwürdige Charaktere und eine unterhaltsame Geschichte auf jeden Fall wichtiger als nur schöne Bilder. Ob der Film dann lustig, traurig oder nachdenklich ist, ist dabei erstmal nicht relevant“, betont er abschließend.

von Andreas Blumberg