„Unser Beitrag zur Tübinale 2015 war eigentlich der erste Film, den ich überhaupt gedreht habe. Auch wenn ich schon immer filmbegeistert war und als Kind ab und zu auf Familienfeiern Aufnahmen gemacht habe, hatte ich vor der Tübinale noch keine professionelle Erfahrung“

erzählt Alina Veit. Nichtsdestotrotz erreichte sie mit ihrem Film „Hard Life of a Gamer“, der sich scherzhaft mit den Eigenheiten von Gamern auseinandersetzt, zusammen mit zwei weiteren Kommilitoninnen, letztes Jahr den dritten Platz des Filmfestivals.

Die 21-Jährige studiert momentan Medienwissenschaft und Kunstgeschichte im sechsten Semester und schreibt außerdem als freie Mitarbeiterin für den Reutlinger Generalanzeiger. Das Thema Medienkonvergenz und Partizipation verbindet sie persönlich vor allem mit Fan-Fiction und der daraus folgenden Erweiterung von Filmuniversen zu riesigen transmedialen Welten. Aber auch hinsichtlich anderer aktueller Themen, wie etwa politischer Partizipation und Flüchtlingen, sieht sie interessante Möglichkeiten für die Teilnehmer.

Ihren eigenen Filmgeschmack bezeichnet Veit als „ein bisschen nachdenklich, ein bisschen schräg, aber dennoch massentauglich“. Romantische Filme schaut sie sich genauso gerne an wie düstere Thriller, Actionfilme oder eine Reihe von Serien. Auch für ältere schwarz-weiß- oder skurrile Filme im Stile Tarantinos interessiert sich die Studentin. Einen Lieblingsfilm kann sie dennoch nennen: „Der Marathon-Mann“ mit Dustin Hoffman in der Hauptrolle.

„Als frühere Teilnehmerin kenne ich natürlich einige Schwierigkeiten, mit denen man während des Filmdrehs konfrontiert wird“, sagt Veit. Neben der Aufteilung und dem Arbeiten im Team betont sie vor allem die schnelle Einarbeitung ins Equipment und das Schnittprogramm sowie die Umsetzung der geplanten Ideen. „Gerade wenn man von der technischen Seite her noch relativ unerfahren ist, ist es extrem schwierig, in ein paar Minuten alles Wichtige rüberzubringen. Es ist daher auch wichtig, auf manche Dinge zu verzichten und Kompromisse einzugehen.“

Demzufolge stehen für sie bei ihrer Bewertung vor allem Einfallsreichtum, Kreativität und gute Ideen im Vordergrund. Auch hinsichtlich der technischen Umsetzung kann man schließlich kreativ sein, wenn nicht alles so funktioniert wie gedacht.

von Andreas Blumberg